Wenn ich mit Geschäftsführern im Maschinenbau spreche, fällt fast immer derselbe Satz.
Es gibt keine Fachkräfte mehr.
Ich verstehe, woher das kommt. Die Stellen sind offen, die Bewerbungen bleiben aus, und der Eindruck verfestigt sich, dass der Markt einfach leer ist.
Nur stimmt das so nicht ganz.
Die Leute sind da. Sie schauen nur woanders hin
Es gibt sie, die guten Mechaniker, Techniker und Ingenieure. Die meisten von ihnen haben einen Job. Sie sind nicht verzweifelt auf der Suche, aber sie wären offen für etwas Besseres.
Diese Gruppe sucht nicht aktiv. Sie wartet darauf, auf etwas zu stoßen, das sie überzeugt.
Und wenn dein Betrieb für sie nicht sichtbar ist, dann stoßen sie nie auf dich. Nicht weil du ein schlechter Arbeitgeber bist. Sondern weil du in ihrer Welt schlicht nicht vorkommst.
Wahrnehmung entscheidet, bevor Qualität überhaupt zählt
Ein Betrieb kann die fairste Bezahlung, das beste Team und die modernsten Maschinen haben.
Wenn das nach außen niemand mitbekommt, existiert es für den Bewerber nicht.
Das ist der unbequeme Teil. Es reicht nicht, ein guter Arbeitgeber zu sein. Man muss auch als guter Arbeitgeber wahrgenommen werden.
Früher lief das über den Ruf in der Region. Jeder kannte jeden, Empfehlungen reichten. Diese Zeit ist nicht ganz vorbei, aber sie trägt nicht mehr allein.
Was das praktisch bedeutet
Die nächste Generation an Fachkräften informiert sich anders. Sie schaut sich einen möglichen Arbeitgeber vorher an, lange bevor sie sich bewirbt.
Wenn da nichts ist, kein Gesicht, kein Einblick, kein Eindruck vom Team, dann fehlt die Grundlage für eine Entscheidung.
Der Fachkräftemangel ist also nicht nur eine Frage von Angebot und Nachfrage. Er ist auch eine Frage davon, wer überhaupt wahrgenommen wird.
Wer sichtbar ist, hat die besseren Karten. Auch dann, wenn die Konkurrenz fachlich gleich gut ist.